Hundebegegnungen richtig!

Leider muss ich bei meinen Runden mit Argo immer wieder feststellen, dass es Missverstädnisse unter Hundehaltern gibt, weil in Hundeschulen oder Erziehungskursen nicht vermittelt wurde, wie man sich bei Hundekontakt zu verhalten hat. Daher möchte ich diese Rubrik nutzen, nach und nach einige grundlegende Verhaltensweisen darzulegen mit dem Ziel eines besseren Miteinanders.
Ich halte es mit dem Satz: „Jedes Hundeproblem hat NUR zwei Beine!“

INHALTSVERZEICHNIS:
1. Aufmerksamkeit beim Hund
2. Beobachten – Reagieren – Kommunizieren
3. Hundekontakt mit Leine
4. …Fortsetzung folgt

1. Aufmerksamkeit beim Hund:
Wenn man mit dem Hund unterwegs ist, insbesondere wenn er ohne Leine läuft, sollte die volle Aufmerksamkeit des Halters beim Hund sein, denn dass hat er sich verdient und lässt auch den einen oder anderen „problematischen“ Mensch-/Hund-/Halterkontakt vermeiden.
Der Hund döst und schläft ca. 80% des Tages. In Stunden bedeutet dies: ca. 19 Stunden; im Umkehrschluss heisst dies, dass er ca. 5 Stunden Ihre Beachtung bekommen sollte. Davon geht man mit dem Hund im Schnitt +/- 2 Stunden pro Tag spazieren. Die andere Zeit fährt er mit zum Einkaufen, tollt im Garten herum o.ä.. Daher hat der Hund es sich verdient, min. die 2 Stunden „Gassigeh-Zeit“ am Tag, Ihre volle Aufmerksamkeit zu bekommen, die nicht dazu genutzt wird, SMS zu verschicken, Telefonate zu führen oder sonst was zu tun. Dadurch haben Sie ihren Hund ständig im Blick, können im Vorfeld auf entstehende Situationen reagieren und somit den einen oder anderem „problematischen“ Kontakt im Vorfeld kontrollieren oder sogar vermeiden.
Sie werden feststellen, dass dann Gassi gehen Spass machen kann, da es für alle Beteiligten entspannter ist und sie die Möglichkeit haben, vom Berufsleben/Alltag mal auszuspannen – letztlich haben Sie also auch etwas davon.

2. Beobachten – Reagieren – Kommunizieren:
Wenn man den zuvor genannten Punkt beachtet, wird man feststellen, dass dieser Aspekt um so einfacher wird. Denn wenn die volle Aufmerksamkeit beim Hund und somit auch in der Umwelt liegt, kann man auf mehr oder weniger plötzlich auftretende Situationen, wie Fussgänger, Radfahrer, andere Hundehalter, etc. zeitnah reagieren und somit ein entspanntes Miteinander fördern. Ihre Gassirunden werden damit auch entspannter werden, da es weniger zu möglichen Konflikten kommen wird.
Ist wie schon gesagt, die Aufmerksamkeit beim Hund und somit auch im Umfeld, sind Sie in der Lage, Ihr Umfeld zu beobachten. Dadurch können Sie auf plötzlich eintretende Ereignisse und Situationen zeitnah reagieren. Sei es den Hund frühzeitig abzurufen, wenn z.B. ein ängstlicher Fussgänger (kann man erkennen wenn man beobachtet), ein Radfahrer angerast kommt oder auch ein Hundhalter (ängstlich oder auch nicht ängstlich) mit seinem Hund an der Leine sich nähert. Alles Situationen, bei denen man den Hund frühzeitig abrufen und entspannt an der Situation vorbei führen kann.
Auch, dies betrifft auch Fussgänger und Radfahrer, kann man frühzeitig, miteinander kommunizieren, auch ohne Anschreien, Beleidigen, Handy, etc. – es funktioniert. Hierbei kann man klären, warum man den Hund abrufen oder bei sich halten oder die Hunde keinen Kontakt haben sollten oder wie der Kontakt zwischen den Hunden am besten hergestellt werden kann – in keinem Fall aber, wenn min. ein Hund an der Leine ist. Hierzu verweise ich auf den nachfolgenden Punkt.

3. Hundekontakt mit Leine:
Grundsätzlich sollte ein Kontakt mit mindestens einem oder mehr angeleinten Hunden vermieden werden.
Ausnahme: Die Hunde kennen sich bereits individuell, haben Ihre Rangordnung in der Vergangenheit bereits feststellen können und sind miteiander sozialverträglich.
Der angeleinte Hund neigt in der Regel zu einem verstärkten aggressiven Verhalten. Der Grund istmeistens beim Halter und seiner Verbindung zu suchen. Der Hund kann durch die Leine nicht so agieren, wie er gerne möchte (z.B. Unterwürfigkeit, Flucht, etc.). Darüber hinaus wird über die Leine durch den Halter in den meisten Fällen Ängstlichkeit, Unsicherheit, Misstrauen, etc. übertragen und der Mensch schwächt daher seinen Status als “Rudelführer”. Der sensible Hund bemerkt das Verhalten seines vermeintlichen „Rudelführers“, zweifelt ihn daher an und entscheidet für sich, da sein Mensch nicht in der Lage ist, zu handeln und selbst die Situation zu regeln. Die geschieht in der Regel durch Aggression.

…Fortsetzung folgt!